13. Mai 2009
In meiner Lieblingszeitschrift Emotion gab es vor kurzem einige Büchertipps, die ansprechendsten habe ich mir notiert, dieses gehörte dazu.
Die Geschichte erzählt von einer ostdeutschen Frau, die nach der Wende in einem öden Grenzdorf geblieben ist. Während die jüngere Schwester, unsere Erzählerin, die Stadt verließ, bleibt sie in der trostlosen Betonstadt. Es geht um ihren Liebhaber und auch darum, dass sie sich schließlich ohne dass jemand es vorher gespürt hätte, umgebracht hat.
Das Buch fängt die Atmosphäre auf – trostlos. Da es ein dünnes Buch ist, kann man es relativ schnell lesen, allerdings ist es sehr zäh und überhaupt nicht mein Geschmack. Bin sehr enttäuscht, da ich mir eigentlich ein “Wendebuch” gewünscht hätte, was es zwar auch ist, aber die wirklich lähmende Atmosphäre schreckte mich doch eher ab.
Zahlen und Fakten
Julia Schoch: Mit der Geschwindigkeit des Sommers
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492052528
Preis: 14,95 Euro
Tags: Julia Schoch, Schicksal, Suizid, Trostlos, Wende
13. August 2008
Hasan lebt in Berlin und berichtet von der Zeit nach der Wende, dem Mauerfall, der Einführung der neuen Währung… Aber ein ganz typisches Wendebuch ist es dann doch nicht, denn das toll ist, dass es aus der Sicht eines Türken erzählt wird. Eingewoben sind die gut beobachteten Berliner Vorgänge in eine krasse Familiengeschichte, denn eigentlich zerfällt die Familie von Hasan am Fall der Mauer.
Man braucht ein bißchen, um sich in den Erzählstil reinzuhören, da das Buch am Anfang ein bißchen hölzern wirkt, aber das legt sich schnell. Yadé Kara gelingt es, ein sehr interessantes Bild von Berlin zu erstellen und vorallem die Gefühlslage und die doch noch bestehenden Grenzen darzustellen. Grenzen zwischen Berlin und Istanbul, Ost und West…
Zahlen und Fakten
Yadé Kara: Selam Berlin
gelesen von: Mehmet Kurtulus
Verlag: Hörbuch Hamburg
ISBN: 978-3899031713
Preis: 27,90 Euro
Tags: Berlin, Mauerfall, Mehmet Kurtulus, türkische Familie, Wende, Yadé Kara
2. Juli 2008
Während ich also während der Autofahrten immer fröhlich Thomas Brussig und seinen “Lausbuben” gelauscht habe und die Umstände in der DDR eigentlich eher witzig beschrieben wurden, zuhause das Kontrastprogramm. Eva-Maria Neumann beschreibt in ihrem Buch über ihre gescheiterte Republikflucht. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer 3 Jahre alten Tochter wollten die beiden aus der DDR fliehen, werden aber erwischt und landen als Politische im DDR-Knast. Die Autorin beschreibt, wieso es zu der Auswanderung kam, warum sie glaubten, das Risiko der Flucht eingehen zu wollen. Außerdem die Zeit im Gefängnis, die für Eva-Maria Neumann durch eine Erkrankung noch schlimmer wurden.
Jaja, damals in der DDR. Ich glaube, dieses Buch hat mir erstmal deutlich gemacht, dass es sich tatsächlich um eine Diktatur handelte und was das bedeutet, wie wertvoll unsere Freiheit ist.
Zahlen und Fakten
Eva-Maria Neumann: Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit
Verlag: Pendo
ISBN:978-3866121126
Preis: 19,90 Euro
(gibts auch als Taschenbuch)
Tags: biographisch, DDR, Eva-Maria Neumann, Gefängnis, Republikflucht
2. Juli 2008
Sonnenallee – den Film hab ich nie gesehen, werde ich aber auch demnächst mal nachholen. Von Thomas Brussig hatte ich bereits Helden wie wir gelesen und da ich ja im Moment ein bißchen, wie heißt das so schön, ostalgisch bin, hat mich das Hörbuch natürlich angesprungen.
Die Sonnenallee verläuft mitten durch Berlin, halb gehört sie zum Westen, halb zum Osten. Am kürzeren Ende lebt Micha zusammen mit seiner Familie und seinen Freunden. Halbwüchsige, die eigentlich nur Frauen und Musik im Kopf haben. Micha ist verliebt in Miriam, die sich eigentlich eher für Wessis interessiert, Micha schmachtet. Das Buch ist lustig, verzweifelte Versuche sich an Miriam ranzuschmeißen, großartig.
An die Stimme von T. Brussig (der Autor liest selber), musste ich mich mal wieder erst gewöhnen.
Zahlen und Fakten
Thomas Brussig: Am kürzeren Ende der Sonnenallee
gelesen vom Autor
Verlag: Der Audio Verlag
ISBN: 978-3898136181
Preis: 19,99
Tags: Berlin, DDR, Jugendliche, Liebesgeschichte, Thomas Brussig, verfilmt
29. Juni 2008
Ich habe letzte Woche endlich Das Leben der Anderen auf DVD gesehen. Ein sehr guter Film, den ich nur weiterempfehlen kann. Inspiriert durch den Film habe ich mich bei meinem letzten Büchereibesuch mit DDR- und sogenannten Wendebüchern versorgt. Zonenkinder ist nun das erste, was ich gelesen habe.
Die Autorin Jana Hensel war 13 als die Mauer fiel und beschreibt in ihrem Buch, wie von heute auf morgen die Begleiter ihrer Kinder verschwanden. Für mich als Wessi hauptsächlich unbekanntes. Naja, das Buch soll wohl ein bißchen Ähnlichkeit mit Generation Golf haben, aber ich konnte mich nur schlecht einfühlen. Es wird nicht nur bedauert, dass “die DDR ” eigentlich nirgendwo mehr existiert, sondern auch das schwierige Verhältnis zur älteren Generation geschildert.
Da ich vorallem ein bißchen mehr mich mit unserer Geschichte auseinandersetzen möchte, von der ich eigentlich keine Ahnung habe, war das hoffentlich ein guter Einstieg.
Zahlen und Fakten
Jana Hensel: Zonenkinder
Verlag: rowohlt,
ISBN:978-3498029722
Preis: 14,90 Euro
(das Buch ist gebunden nicht mehr lieferbar, gibt es aber auch als Taschenbuch und als Hörbuch)
Tags: DDR, Jana Hensel, Jugendkultur, Ossis