Der Regen, bevor er fällt

der-regen-bevor-er-falltIch bin mir gar nicht mehr ganz sicher, auf jeden Fall habe ich dieses Buch auch empfohlen bekommen,  es stand schon eine Weile auf meiner “Wunschliste”.

Gills Tante Rosamond ist verstorben und hinterlässt besprochene Tonbänder, die eigentlich für Imogen, ein blindes Mädchen gedacht sind. Da Gill trotz vieler Versuche, die verschollene Imogen nicht finden kann, hört sie sich mit ihren Töchtern die Tonbänder an. Und Rosamond erzählt für Imogen ihre Lebensgeschichte, naja, eher die Geschichte von Rosamonds Freundschaft zu Imogens Großmutter und welche Verwicklungen dazu geführt haben, dass Rosamond sich Imogen so sehr verbunden fühlt, obwohl sie sich jahrelang nicht mehr gesehen haben.

Die Geschichte, die Jonathan Coe erzählt ist schon eine großartige Familiengeschichte über drei Generationen, die unheimlich spannend und fesselnd erzählt ist. Aber der eigentliche Clou ist, dass Rosamond die Tonbänder anhand von 20 Fotografien bespricht. Zu jedem Foto, dass sie auch immer für die blinde Imogen beschreibt, mit einer liebevollen Detailtreue, erzählt sie die Geschichte, die Umstände. Ich stelle mir vor, dass man im hohen Alter, seinen Enkeln vielleicht ein besonderes Fotoalbum zusammenstellt. So ist das hier eigentlich auch, nur dass Imogen blind ist und deshalb das “Fotoalbum” ein Tonband, bzw. ein wirklich großartiges Buch geworden ist.

Zahlen und Fakten

Jonathan Coe: Der Regen, bevor er fällt
Verlag: DVA
ISBN: 978-3421043672
Preis: 18,95 Euro

Die Stadt der Blinden

stadt-der-blindenEine Freundin hat mir von dem Buch vorgeschwärmt, dann habe ich irgendwann gesehen, dass das Buch verfilmt wurde und wollte mit ihr ins Kino. Das haben wir leider nicht geschafft und die DVD kommt wohl erst im April, außerdem habe ich mittlerweile gehört, sie soll eher schlecht sein.

Aber zum Buch. In einer Stadt erblinden auf unerklärliche Weise die Menschen. Wie eine Epidemie breitet sich die Blindheit aus.  Die ersten, die ihr Augenlicht verlieren, werden in einer ehemaligen Irrenanstalt unter Quarantäne gesetzt. Hier werden sie von der Regierung ihrem Schicksal überlassen. Eine Frau, die ihren Ehemann nicht alleine lassen will, gibt vor, auch erblindet zu sein, um nicht von ihm getrennt zu werden.

Die Geschichte nimmt teilweise einen sehr abstoßenden Verlauf, denn das Leben innerhalb dieser Irrenanstalt nimmt sehr schnell groteske und menschenunwürdige Zustände an. Aber nicht nur, weil von außen die Organisation nicht gut funktioniert, sondern auch unter den Blinden, versuchen die meisten ihren eigenen Vorteil zu finden.  Ein sehr beeindruckendes, gesellschaftskritisches Werk. Auf jeden Fall erzählenswert. Interessant ist der Schreibstil, keiner der Personen hat einen Namen, sondern es ist immer nur die Rede vom Mann, der als erster erblindete oder von der Frau des Arztes.

Zahlen und Fakten

José Saramago: Die Stadt der Blinden
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3498063184
Preis: 21,00 Euro