Die Bücherdiebin

Eine Empfehlung von WDR 2, aber auch im Bekanntenkreis ist mir das Buch empfohlen worden – großartig. Es geht um Liesel Memminger, ein Mädchen im dritten Reich. Die Pflegeeltern, bei denen das Mädchen lebt, verstecken im Keller einen Juden. Bis hierher ist an dem Buch nichts Neues, die Story kommt irgendwie bekannt vor. Nun zu dem Besonderen:

Erstens: Die Geschichte wird aus der Sicht des Todes erzählt, sehr geschickt gemacht. Das war fast der Hauptgrund, weshalb ich mir das Buch bestellt habe, weil ich es eine spannende Perspektive fand. Umso angenehmer fand ich es, dass der Erzähler zwar einerseits präsent ist, andererseits aber nicht zu deutlich in Erscheinung tritt, sodass die Geschichte nicht an Erzählfluss verliert. Im Gegenteil, so sind teilweise Einschübe oder auch Vorausschauen möglich. Besonders bemerkenswert sind meist sehr nüchtern gehaltene Bemerkungen (z.B. die erste: “Ihr werdet sterben”), die das Buch sehr bereichern und besonders machen.

Zweitens: Liesel hat zunächst große Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Andererseits hat sie schon sehr früh eine starke Bindung zu Büchern, bzw. zunächst nur zu einem Buch, das sie bei der Beerdigung ihres Bruders “stiehlt” und als letzte Verbindung zu ihrer leiblichen Mutter und dem Bruder ansieht. Liebevoll bringt der sehr fürsorgliche Pflegevater der Bücherdiebin mit dem ersten Buch das Lesen bei. Die Bücherdiebin stiehlt weitere Bücher, die allerdings auch immer eine Bedeutung für sie haben. Bücher, Worte, Geschichte, alles spielt eine unheimlich große Rolle und ist gleichzeitig wie eine Liebeserklärung an Bücher und Worte.

Insgesamt ein sehr poetisches Buch, das mich sehr gefesselt hat, sodass ich das fast 600seitige Buch innerhalb von 5 Tagen gelesen habe. Schade, dass es schon zu Ende ist…

Zahlen und Fakten

Markus Zusak: Die Bücherdiebin
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3764502843
Preis: 19,95 Euro