Novecento – Die Legende des Ozeanpianisten

novecentoWenn ich in der Bücherei mir neue Hörbücher ausleihe, bin ich teilweise sehr unentschlossen, was ich gerne mitnehmen möchte. Diese Geschichte ist mir eher durch Zufall in die Hände gefallen.

Im Jahr 1900 wird auf dem Luxusdampfer Virginian ein ausgesetztes Baby gefunden – der Matrose tauft ihn auf den Namen Danny Boodmann T. D. Lemon Novecento, schon alleine diese Geschichte ist toll. Novecento wird allerdings das Schiff nie verlassen. Er wird der Ozeanpianist – und was für einer. Er kann mit den Tasten nicht nur Gefühle ausdrücken, sondern mit der Musik bereist er die ganze Welt.

Eine wirklich wunderschöne Geschichte, unglaublich lesenswert. Übrigens habe ich gerade gesehen, dass die Geschichte auch sehr gut verfilmt worden ist. Kenne den Film zwar nicht, aber der landet auf jeden Fall auf meiner Wunschliste.

Zahlen und Fakten

Alessandro Baricco: Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
gelesen von: Friedrich Schoenfelder
Verlag: Steinbach Sprechende Bücher
ISBN: 978-3886984893
Preis: 10,00 Euro

Die Stadt der Blinden

stadt-der-blindenEine Freundin hat mir von dem Buch vorgeschwärmt, dann habe ich irgendwann gesehen, dass das Buch verfilmt wurde und wollte mit ihr ins Kino. Das haben wir leider nicht geschafft und die DVD kommt wohl erst im April, außerdem habe ich mittlerweile gehört, sie soll eher schlecht sein.

Aber zum Buch. In einer Stadt erblinden auf unerklärliche Weise die Menschen. Wie eine Epidemie breitet sich die Blindheit aus.  Die ersten, die ihr Augenlicht verlieren, werden in einer ehemaligen Irrenanstalt unter Quarantäne gesetzt. Hier werden sie von der Regierung ihrem Schicksal überlassen. Eine Frau, die ihren Ehemann nicht alleine lassen will, gibt vor, auch erblindet zu sein, um nicht von ihm getrennt zu werden.

Die Geschichte nimmt teilweise einen sehr abstoßenden Verlauf, denn das Leben innerhalb dieser Irrenanstalt nimmt sehr schnell groteske und menschenunwürdige Zustände an. Aber nicht nur, weil von außen die Organisation nicht gut funktioniert, sondern auch unter den Blinden, versuchen die meisten ihren eigenen Vorteil zu finden.  Ein sehr beeindruckendes, gesellschaftskritisches Werk. Auf jeden Fall erzählenswert. Interessant ist der Schreibstil, keiner der Personen hat einen Namen, sondern es ist immer nur die Rede vom Mann, der als erster erblindete oder von der Frau des Arztes.

Zahlen und Fakten

José Saramago: Die Stadt der Blinden
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3498063184
Preis: 21,00 Euro

Am kürzeren Ende der Sonnenallee

Sonnenallee – den Film hab ich nie gesehen, werde ich aber auch demnächst mal nachholen. Von Thomas Brussig hatte ich bereits Helden wie wir gelesen und da ich ja im Moment ein bißchen, wie heißt das so schön, ostalgisch bin, hat mich das Hörbuch natürlich angesprungen.

Die Sonnenallee verläuft mitten durch Berlin, halb gehört sie zum Westen, halb zum Osten. Am kürzeren Ende lebt Micha zusammen mit seiner Familie und seinen Freunden. Halbwüchsige, die eigentlich nur Frauen und Musik im Kopf haben. Micha ist verliebt in Miriam, die sich eigentlich eher für Wessis interessiert, Micha schmachtet. Das Buch ist lustig, verzweifelte Versuche sich an Miriam ranzuschmeißen, großartig.

An die Stimme von T. Brussig (der Autor liest selber), musste ich mich mal wieder erst gewöhnen.

Zahlen und Fakten

Thomas Brussig: Am kürzeren Ende der Sonnenallee
gelesen vom Autor
Verlag: Der Audio Verlag
ISBN: 978-3898136181
Preis: 19,99

Abbitte

Letztes Jahr zu Weihnachten haben wir die komplette Spiegel-Edition bekommen, viele Bücher davon warten noch darauf gelesen zu werden… “Abbitte” habe ich zunächst verfilmt im Kino gesehen und war von dem Film unglaublich begeistert.

Während eines unglaublich heißen Tages möchte Briony für ihren zurückkommenden Bruder das selbstgeschriebene Theaterstück einüben. Zäh geht die Handlung voran, genauso zäh wie der heiße Tag. Ganz viele Dinge passieren, diese erschließen sich durch die häufigen Perspektivwechsel nicht immer sofort. Brionys Schwester Cee begreift ihre Liebe zu Robby, jedoch bevor das junge Pflänzchen aufblühen kann, passiert eine Vergewaltigung. Briony in ihrem mittlerweile unsympathischen Übereifer beschuldigt Robby und zerstört in Ihrer Unwissenheit (es fällt mir schwer es begreiflich zu machen, aber es ist keine Bosheit) nicht nur dessen Leben, sondern auch das Leben ihrer Schwester Cee.

Briony begreift erst Stück für Stück, was sie angerichtet hat. Robby sitzt zunächst unschuldig im Gefängnis, geht dann in den Krieg. Cee wird Krankenschwester, was Briony als Wiedergutmachungsversuch später auch tun wird.

In dem Film hat mich schon unheimlich begeistert, wie gut man sich in die Personen hineinfühlen konnte. Natürlich ist es immer schwer, ein Buch zu lesen, dessen Verfilmung man bereits kennt. In diesem Fall, war ich so begeistert von dem Film, dass ich vermutlich gar nicht in der Lage bin, das Buch objektiv zu beurteilen. Ich hatte beim Lesen immer wieder die Bilder aus dem tollen Film im Kopf und hatte nur den Eindruck noch mehr Einblicke in die Persönlichkeitsstrukturen zu bekommen. Werde mir demnächst den Film noch einmal anschauen, um zu prüfen, wie der Film nach dem Lesen des Buchs auf mich wirkt. Fazit: Tolle Geschichte – Toller Film – und dementsprechend auch tolles Buch! ;-)

Zahlen und Fakten

Ian McEwan: Abbitte
Verlag: Spiegel-Verlag
ISBN: 978-3877630099
Preis: 9,90 Euro

Abbitte (der Film)
Regisseur: Joe Wright
Darsteller: Keira Knightley, James Mc Avoy, Romola Garai
Preis: 17,95 Euro